Was Clementinen mit Jahresrückblicken zu tun haben

Clementinen im Angebot!

Was Clementinen mit Jahresrückblicken zu tun haben? Eine Menge! Ich war selbst überrascht.

Klein aber oho. Diese Zitrusfrüchte haben es in sich!

Heute Morgen habe ich zugeschlagen. Ich konnte gar nicht anders. Die Clementinen waren im Angebot 2,2 Kilogramm für  2,20 Euro. Da war es um mich geschehen. Kaum zu Hause habe ich mir sofort einen frischen Tee gebrüht, mich in ein warme Decke eingekuschelt und dann bin ich über sie hergefallen. Über die Clementinen meine ich, nicht über die Decke. Hmm, einfach lecker! So saftig, so süß und dann noch dieser Duft, der nun das ganze Zimmer durchströmt. Ja, jetzt ist wirklich die Adventszeit angebrochen.

An allen Ecken werden uns nun Clementinen, Mandarinen und Orangen angeboten. Von den diversen Nussorten fangen wir besser erst gar nicht an zu schwärmen. Eine Zeit des “aus dem Vollen schöpfen”, eine Zeit, in der wir uns selbst etwas “gönnen” und anderen ebenfalls.  Wir wissen, das dieses “etwas” für jeden von uns anders aussieht. Für die eine ist es der neue Sportwagen, den sie sich vor die Tür stellt, für den anderen ist es der Glanz in den Augen seiner Kinder, wenn sie erfahren, dass ihr Papa zu Weihnachten zu Hause ist und Zeit für sie hat. Wer wohl rückblickend von beiden länger etwas von der eigenen Freude hat?

Nach meiner Meinung derjenige, der sich Zeit genommen hat. Viel zu oft nehmen wir uns aber leider erst dann Zeit, wenn unsere Gier nach Dingen befriedigt ist.

Ich nehme die nächste Clementine mit Bedacht.

Diesmal fahre ich mit den Fingern über die hügelige Struktur, betrachte die kleinen Wachstumsnarben und Verfärbungen. Was diese kleine Clementine in ihrem Leben wohl alles so erlebt hat, bis sie hier in meiner Hand landete? Nicht nur Schönes, das verraten mir die kleinen Verletzungen und Unregelmäßigkeiten ihrer Schale. Aber die Sonne des Lebens muss sie doch erreicht haben, so süß, wie ihre Geschwister waren, wie sie dufteten und wie auch diese so wunderbar riecht. Ich öffne vorsichtig die Schale, ziehe sie in Streifen herunter und fummel einiges von der weißen Zwischenhaut ab. Nicht alles, denn diese ist zwar bitter, aber genau deshalb auch gesund. Sie mag mir nicht schmecken, aber sie ist wertvoll für mich. Diese Clementine esse ich ganz bewusst, Stückchen für Stückchen. (Nicht so wie die ersten aus dem Karton, die ich nur schnell geschält und mir dann gierig halbiert in den Mund gestopft hatte.) Auch in dieser Frucht finden sich Kerne, die ich im Müll entsorge wie die anderen zuvor.

Die Clementine als Brücke zum Jahresrückblick

Ich sinniere vor mich hin, dass es zwischen dieser kleinen adventlichen Vitaminbombe und meinem Umgang mit ihr einerseits und meinem Leben und meinem Umgang mit den kleinen und großen Ereignissen darin, viele Parallelen gibt. Man schaue sich nur das letzte Jahr an. Nach meinem schweren Treppensturz am 06. Dezember des Vorjahres war ich bis zum 09. Juni diesen Jahres komplett außer Gefecht gesetzt. Die Schmerzen waren mörderisch, die ständigen Schwindelattacken waren unerträglich. (Inzwischen sind die Schmerzen zu vernachlässigen und auch die Schwindelattacken halten sich im Rahmen. Mit nur 1 bis 2 heftigen Schwindelattacken pro Monat kann ich einfach deutlich besser umgehen, als mit den stündlich drei bis 5 Attacken, die mich wie eine Besoffene über Monate unkoordiniert durch die Gegend schießen ließen. Und die mir ganz nebenbei eine Übelkeit bescherten, auf die ich gerne verzichtet hätte.) Dieser Unfall war für mich definitiv ein dickes Stück bitterer Clementinenhaut im noch laufenden Jahr, welches mir schwer fiel zu schlucken. Auch weil natürlich beruflich alles zum Erliegen kam und meine angespannte finanzielle Lage (Hinweis: Es stimmt, wer pflegt wird arm und bleibt es über Jahre. Ich würde dennoch jederzeit wieder die gleichen Weg gehen und bin glücklich über diesen Lebensabschnitt!) sich zur materiellen Katastrophe entwickelte. Und doch, ist all das materielle und körperliche Elend zu etwas nutze. Es hat mich in Bezug auf meine körperlichen und geistigen Ressourcen in die Zeit der Pflege zurückversetzt. Zwangsweise musste ich mich bei meinen Tätigkeiten wieder auf das absolut Nötigste beschränken.

Mir wurde nochmals sehr deutlich vor Augen geführt worden, dass ich mit meinen nun 44 Jahren schon sehr viel älter bin, als es sowohl meine medizinische Familiengeschichte, als auch die persönlichen Umstände meines Lebens erwarten ließen.

Und dass ich (obwohl ich seit meiner frühesten Kindheit mein Bestes tue, um jeden Abend mit den Gedanken beenden zu können , dass unser Herrgott mich diese Nacht zu sich bestellen könne, ohne dass ich etwas bereuen müsste), doch immer noch zuviel unnötigen Ballast mit mir herumschleppe.

Was eine Clementine mit Jahresrückblicken zu tun hat? Eine Menge! Ich war selbst überrascht.

Diese Clementinen haben nicht nur geschmeckt, sondern mich viel über mich selbst gelehrt.

Das hat bei mir 5 große Dinge bewirkt:

  • Ich habe damit begonnen materielle Dinge in Hände abzugeben, die die entsprechenden Gegenstände mehr zu schätzen wissen, als ich es tue. Vom Geschirr über Dekoartikel und Büchern/DVDs/VHS-Kasseten und Co. bis hin zu Möbeln – alles soll raus. Es sind meine nächsten Schritte in die Schuldenfreiheit und meine ersten Schritte auf dem Weg zum materiellen Minimalismus.
  • Alles, was den wichtigsten 4 Punkten in meinem Leben (meinem Glauben, meiner Selbständigkeit, meiner Freiheit, sowie meiner Art mein Leben zu leben und es [künstlerisch] auszudrücken) im Weg steht, nehme ich kritisch unter die Lupe und bekämpfe es mit allen mir rechtlich und moralisch zustehenden erforderlichen Mitteln, falls ich keinen zwingenden Grund sehe, der gegen dieses Vorgehen sprechen könnte.
  • Ich behandle oberflächliche und arrogante Personen nun so, wie sie es durch ihr Verhalten herausfordern, statt mir weiterhin die Mühe zu machen, in ihnen normale Menschen sehen zu wollen, die es Wert seien, mich mit ihrer Persönlichkeit und/ oder ihren Wünschen, Hoffnungen und Intentionen auch nur noch einen weiteren Moment auseinanderzusetzen.
  • Auf falsche Rücksichtsnahme und inhaltslose Floskeln verzichte ich nun noch radikaler und konsequenter.
  • Meine erste “Bevor-Kiste-Liste” begann ich mit 5 Jahren. Alle 150 Punkte auf ihr habe ich abgearbeitet. Nun habe ich eine neue “Bevor-Kiste-Liste” erstellt, mit den nächsten Punkten, die ich erleben möchte, bevor ich sterbe. Diesmal sind es sogar 250 Punkte geworden. Jeder einzelne von ihnen ist mir wichtig, ist ein Ziel. Mal sehen, wieviele ich von ihnen erreichen werde. Bin gespannt. Wenn Dich meine “Bevor-Kiste-Listen” interessieren und Du noch nicht so recht weißt, ob und wie Du Deine eigene verfassen kannst, dann empfehle ich Dir mein Webinar auf Sofengo zu diesem Thema.

Das Jahr 2017 hat für mich so seine Höhen und Tiefen. Ich sage hat, nicht hatte, denn es ist ja noch nicht vorbei. Beim Genuss der Clementinen habe ich das bis jetzt Geschehene noch einmal Revue passieren lassen.

Die Mitteilung, dass ich mit den Folgen meines Sturzes im letzten Jahr dauerhaft werde leben müssen, gehört ebenso zu meinen Erfahrungen, wie ein “Nebenbefund” der mir die Dringlichkeit vor Augen führt, meine Angelegenheiten zu ordnen. Ein ähnlich einschneidendes Erlebnis war die Erkenntnis, dass meine ehemals “beste Freundin” ein sehr eigentümliches Verständnis vom Begriff Freundschaft hat. Die Beendigung der Freundschaft war befreiend. Dann war da der Abschluss meiner ersten “Bevor-Kiste-Liste” und die Erstellung meiner neuen. Da waren natürlich auch all die wundervollen Menschen die ich (online oder nicht-digital) traf. Manche davon durfte ich etwas näher kennenlernen. Dann war da auch die Eröffnung meiner Akademie und die Erstellung der ersten Onlinekurse dafür. Und nicht zuletzt gehört zu den Höhepunkten definitiv mein Entschluss, gegen die ekelerregenden Zustände innerhalb der evangelischen Kirche, insbesondere der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, anzugehen. Mal sehen wie weit ich bis Ende des Jahres mit meiner Website GNdKP.de und den angeschlossenen Profilen in den sozialen Medien komme. Seit ich daran arbeite fühle ich mich freier, entlastet, beglückt und (auch wenn manchem das kitschig erscheinen mag) regelrecht seelig. Alles fühlt sich richtig an! Alles ergibt einen Sinn! Bis auf einen einzigen Punkt, der nicht in meinen Händen liegt. Das Verhältnis zu einem guten Freund, der mich, aufgrund von fehlerhaften Einschätzungen die wiederum auf einer mangelhaften Datenbasis beruhen, seinerseits nicht mehr als Freundin ansieht, sondern vielmehr als etwas, was er sich von der Schuhsohle kratzen möchte. Das tut extrem weh, ist nicht richtig, ist unfair und absolut irrsinnig. Im wahrsten Sinne ein Irrtum seiner Sinne, die ihm etwas vorgaukeln und seines Sinnes, der ihn in die Irre führt.

Und all das sind nur einige der Dinge, die ich im laufenden Jahr bisher erlebte.

So wie die Kiste voller Clementinen mir Früchte in unterschiedlicher Größe und mit verschiedenem Süßigkeits- oder Bitterkeitsgrad bescherte, schenkte mir unser Herrgott im letzten Jahr wieder einmal sehr unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse. Wie war das bei Dir? Was war im letzten Jahr für Dich das süßeste Erlebnis, was das bitterste für Dich? Schnapp Dir eine Clementine, kuschel Dich in eine warme Decke und während Du den adventlichen Leckerbissen entblätterst, nimm die Gelegenheit für Deinen ganz persönlichen Jahresrückblick wahr. Und wenn Du magst, dann hinterlass doch gerne einen Kommentar und erzähle mir davon. Ich freue mich darüber, wenn Du Deine Gedanken teilst.

Carmen Splitt

Mein Name ist Carmen Splitt und die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben sind meine Seele, mein Glauben und meine Freiheit, die sich unter anderem in meiner Selbständigkeit ausdrückt. Ich bin Social Media Coach, unter anderem Inhaberin von TemSM.de und Tierparkinfo.de und GNdKP.de und ich bin in den unendlichen Weiten des Internets unterwegs. Ich bin Bloggerin, überzeugte Lutheranerin, begeisterte Teetrinkerin, faszinierte Trekki, echte Querdenkerin und noch eine ganze Menge andere Dinge. Kurz, ich bin ein komplexer und vielschichtiger Mensch und schreibe in meinem ganz eigenen Stil.

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