Schreckt die Tech-Welt Frauen ab?

Wenn man ich die Grafik ansieht, kann man zu diesem Schluss kommen. Was steckt dahinter?

Zum einen gibt es historische Gründe. Zum anderen liegt es tatsächlich am Thema, beziehungsweise an der Art, wie es daherkommt. Geschichtlich gesehen, waren technische Berufe früher ein typisch männliches Arbeitsgebiet. Frauen sprach man die Fähigkeit ab, komplexe Zusammenhänge verstehen zu können. Diese Vorstellung vertraten übrigens nicht nur ausschließlich Männer, auch Frauen waren dieser Ansicht. Wohl auch, weil sie der Meinung waren, andere würden sie zwingen, ihre eigene Komfortzone zu verlassen und ebenfalls entsprechend beruflich tätig zu werden.

Wen hältst denn Du für den Meister und wen für den normalen Arbeiter, wenn Dir in einer Kfz-Werkstatt sowohl ein Mann, als auch eine Frau im Blaumann gegenüber stehen? Wie ist Deine Reaktion auf Frauen in diesem Bereich der Tech-Welt?

Erwischt! Besser, wir machen uns nichts vor. Selbst heute ist es noch so, dass, wenn die Wahl möglich besteht, in technischen Bereichen eher auf den Rat und die Kompetenz eines Mannes, als den einer Frau gesetzt wird. Übrigens habe ich mich selbst auch schon dabei ertappt, dass ich mich in einem Elektrofachhandel für den männlichen Verkäufer entschied. Na ja, Vorurteile halten sich, so lange man sie nicht erkennt. Seit mir klar geworden ist, was sich da in meinem Unterbewussten abgespielt hatte, entscheide ich mich in solchen Fällen ganz bewusst für die Frau, also für die Mechanikerin und die Verkäuferin. Meine Erfahrungen damit sind durchweg positiv. Erstens sind die Frauen mindestens so kompetent wie die Männer. Sie haben sich meistens noch mehr Wissen angeeignet, da Frauen nachwievor unter dem Druck stehen, ihre Kompetenz vor anderen unter Beweis stellen zu müssen. Zweitens ist es ein gutes Gefühl, auf diese Weise die Position einer anderen Frau zu bestätigen und zu stärken. Drittens tun Frauen etwas, wozu Männer selten in der Lage sind, sie haben Mut zur Lücke. Gibt es etwas, bei dem sie davon ausgehen, dass ein anderer im Team besser darüber Auskunft geben kann, dann sagen sie das und verweisen weiter. Das gehört zu dem, was ich als „typisch Frau“-Verhalten bezeichne. Frauen haben nicht das ständige Bedürfnis sich selbst in den Vordergrund zu rücken, es geht ihnen zuallererst einmal um das zu erreichende Ergebnis. Gerade deswegen fühle ich mich bei Frauen in technischen Berufen gut aufgehoben. Nun ja, ich gehöre auch selbst dazu. Und der Grat zum Eigenlob ist schmal, also nehme ich jetzt mal die Kurve und komme zur zweiten Ursache, die ich für die Grafik sehe, das Thema Technik und wie es daherkommt.

Die Grafik zeigt, dass noch immer viel weniger Frauen als Männer in der Tech-Welt arbeiten

Geschlechterverteilung in der Tech-Welt

Quelle: Statista

Von meinen ersten eigenen Erfahrungen mit dem Thema EDV habe ich ja schon berichtet. (Übrigens entschied ich mich später aus ähnlichen Gründen bewusst dazu, meine kaufmännische Ausbildung in einem Autohaus zu absolvieren. Ich war damals dort sogar im Büro die allerste weibliche Auszubildende. Genau das Umfeld, das ich als Herausforderung suchte. Mit mir brach dann der Damm. Einige Jahre später gab es auch in der Werkstatt die erste Frau. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.) Und seither hat sich wenig geändert. Noch immer erlebe ich Männer, deren selbsterklärte Lebensaufgabe es zu sein scheint, mit unverständlichem Technikgebrabbel die Kunden möglichst einzuschüchtern. Oder zu Tode zu langweilen. Oder beides.

Eigentlich sieht die Biologie es vor, dass die Männer sich bei der Sprache auf die wesentlichen Kernaussagen konzentrieren.

Frauen hingegen sind detailverliebter und legen Wert auf Hintergrundwissen und Zusammenhänge. Eine evolutionäre Entwicklung, die darin ihren Ursprung hat, dass Männer sich bei der Jagd auf das Mammut nicht ablenken lassen durften, sondern auf das Wesentliche konzentrieren mussten um das eigen Überleben und das Überleben der Gemeinschaft sicherzustellen. Frauen wiederum sorgten für das Überleben der Gemeinschaft, in dem sie sie zusammenhielten und schon auf kleinste Veränderungen regulierend reagierten. Wenn es um Technik geht, steht die Welt jedoch Kopf! Wenn Männer sich geistig in der Tech-Welt aufhalten, scheinen die Frau in sich zu entdecken und geraten ins Schwafeln. Und Frauen denken sich: „Komm endlich auf den Punkt. Ich will, dass mein Problem gelöst wird, ich will außerdem, dass der Fehler nicht noch einmal auftritt. Was ich nicht will sind weitschweifige Worthülsen, die mich nicht weiterbringen. Hör auf, Dich vor mir profilieren zu wollen. Es interessiert mich nicht die Bohne, wie toll Du Dir gerade vorkommst. Erklär mir endlich, was schief gegangen ist und warum. Damit ich das Problem nächstes Mal selbst beheben kann. Noch so eine entnervende halbe Stunde ohne Inhalt würde ich nämlich nicht noch einmal mit einem Lächeln ertragen.“

Die mitlesenden Männer müssen jetzt tapfer sein. Die Tech-Welt ist nicht abschreckend, es ist der männliche Sprachgebrauch.

Frauen sind von unverständlichem Technikgebrabbel nicht beeindruckt. Sie sind davon genervt und gelangweilt. Auch aus diesem Grund gibt es immer mehr Frauen in technischen Berufen. Richtig gelesen! „Frau im Busineess in der Technik auf dem Vormarsch!“ – so hätte die Grafik auch beschrieben werden können. Es geht zwar langsam voran, aber die Zahlen der weiblichen Beschäftigten in den Technikbranchen steigen. Die Tech-Welt ist bis jetzt nachwievor überwiegend männlich, es wird im Laufe der Zeit jedoch ein Ausgleich stattfinden. Der Grund dafür ist recht einfach. Männer sind umständlich und machen ein Riesen-Tammtamm um Technik und um das Wissen, das sie darüber gesammelt haben. Frauen lassen das zu und sehen sich das Getöse an. Bis sie davon genervt sind. Bis sie sich fragen, ob das Riesen-Tammtamm wirklich sein muss. Oder ob man die Technik anderen nicht effektiver näher bringen kann. Dann beschäftigen sie sich damit und beginnen mit dem, was seit der Urzeit in unseren weiblichen Genen liegt, sie vermitteln. So ist es bei tausenden und abertausenden von Frauen und so ist es auch bei mir.

Jeder Lebensbereich hat seine eigene Sprache. Doch es ist wichtig, Inhalte so zu vermitteln, dass der Gesprächspartner sie als interessant und wissenwert empfindet. Was beschrieben und erklärt wird, sollte „hängenbleiben“ und Nutzen für das eigene Leben, die eigene Arbeit haben. Ein Mann erzählt von dem, was er gelernt hat, leider noch immer hauptsächlich aus folgendem Grund: Er möchte andere mit seinem Wissen beeindrucken. Das ist nicht zwangsläufig spannend. Klar, auch Frauen tun das, es ist Teil des sozialen Miteinanders. Allerdings haben Frauen einen anderen Hauptgrund, um Wissen weiterzugeben, die Wissensvermittlung an sich. Wie in grauer Vorzeit, geben wir das Gelernte weiter. Und wir wissen, wie es geht, unser Wissen gleichermaßen an beide Geschlechter auf eine Weise weiterzugeben, die zielführend ist. Zum Wohle der Gemeinschaft, damit diese überlebt und immer stärker wird. Gleichzeitig haben auch wir Frauen selbst, jede für sich, ganz konkret etwas davon. Wir sichern dadurch unser eigenes Überleben. Früher erhielten wir im Tausch gegen unser Wissen von der Gruppe Nahrung und Schutz. Heutzutage sind wir auf das Überleben und die Stärke der Gruppe im Grunde nicht mehr angewiesen. Heute tauschen wir unser Wissen gegen finanzielle Mittel und können uns als Individuen ernähren und schützen. Doch die Evolution hat dafür gesorgt, dass es in unseren Genen liegt: Wir Frauen vermitteln zwischen den Welten. Und darum bin ich überzeugt, dass der Anteil der Frauen in der Tech-Welt auch weiterhin ansteigt.

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Carmen Splitt

Mein Name ist Carmen Splitt und die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben sind meine Seele, mein Glauben und meine Freiheit, die sich unter anderem in meiner Selbständigkeit ausdrückt. Ich bin Social Media Coach, unter anderem Inhaberin von TemSM.de und Tierparkinfo.de und GNdKP.de und ich bin in den unendlichen Weiten des Internets unterwegs. Ich bin Bloggerin, überzeugte Lutheranerin, begeisterte Teetrinkerin, faszinierte Trekki, echte Querdenkerin und noch eine ganze Menge andere Dinge. Kurz, ich bin ein komplexer und vielschichtiger Mensch und schreibe in meinem ganz eigenen Stil.

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