Happy Birthday Alexa.com!

Ein Internetgigant feiert in diesem Jahr sein 20. Firmenjubiläum. Zeit, ein paar Korken knallen zu lassen und die Geburtstagstorte anzuschneiden. Der Online-Dienst www.alexa.com wurde 1996 zusammen von Bruce Gilliat und dem Internet-Aktivisten Brewster Kahle unter dem Namen Alexa Internet gegründet. Nur drei Jahre später haben die beiden das Unternehmen weiterverkauft, für schlappe 250 Millionen US Dollar an den Konzern Amazon.

Brewster Kahle ist ein Pionier und Freiheitskämpfer des Internets! Ziel seiner Bemühungen ist es, dass alle Daten dieser Welt jedem kostenfrei zur Verfügung stehen und das jederzeit und von jedem Ort aus. So viele digitale Daten wie nur möglich werden von ihm zu diesem Zweck gespeichert, in gigantischen Rechenzentren des von ihm, ebenfalls im Jahre 1996 gegründeten, Internet-Archivs in San Francisco. Alexa.com wird dabei von ihm als Instrument genutzt, als eine Vorratskammer von Webseiten, deren URL von einem anderen seiner Dienste, der Wayback Machine http://www.archive.org/ in chronologischen Momentaufnahmen archiviert werden. Inzwischen ist es auch möglich, bisher noch nicht erfasste Webseiten dort manuell einzutragen und so (hoffentlich) für die Ewigkeit zu erhalten. Für http://www.tierisch-erfolgreich-mit-social-media.de habe ich diese Möglichkeit heute sofort genutzt und außerdem gleich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, auch die von mir ehrenamtlich erstellte und technisch betreute Webseite http://www.praeventionsrat-visselhoevede.de/ manuell einzutragen. Beide Webseiten sind bei Alexa.com nun zumindest auf dem Radar. 🙂

Auch Alexa.com liegt die Philosophie der freien Zugänglichkeit zu Daten zugrunde. Der Onlinedienst wurde als Orientierungshilfe für die Internetnutzer konzipiert. Er ist eine Datenbank, aus der die Internetnutzer sich Informationen über Webseiten einholen können. Sie erhalten eine Zusammenfassung darüber, wie beliebt eine Webseite im Vergleich zu anderen ist, die von Alex.com ebenfalls erfasst werden. Dabei prüft der Onlinedienst zum Beispiel, ob eine Seite über Suchmaschinen gefunden wurde oder über eine Webseite mit ähnlichem Thema oder über einen In-Link von einer anderen Webseite. Es wird angegeben, wieviele Seiten sich die Webseitenbesucher im Durchschnitt ansehen und wie lange sie durchschnittlich auf der Webseite bleiben, beziehungsweise, wie hoch die Bounce-Rate, also die Absprungrate von der Seite, ist. SeiteninhaberInnen können sich entscheiden, ein kostenpflichtiges Paket von Alexa.com zu erwerben. Dadurch stehen noch diverse weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um Daten anzeigen zu lassen, von denen der Webseiteninhaber (m/w) meint, dass es von Vorteil für ihn ist, wenn sie Dritten zugänglich gemacht werden. Zum Beispiel zählen hierzu, wie bei anderen Analysetools auch, demographische Angaben zu Wohnort, Geschlecht und Interessen der Webseitenbesucher. Bei all diesen Angaben handelt es sich um Schätzwerte aus dem Verhalten der Internetnutzer innerhalb der vergangenen drei Monate, wobei die Analyse täglich aktualisiert wird. Dennoch, es sind Schätzwerte. Kein einziges Analysetool erfasst alle Daten zu 100 Prozent. Die Art, wie Daten ausgewählt und gewichtet werden, sind von tool zu tool unterschiedlich. Bei Alexa kommt noch hinzu, dass vor allem jene Daten Einzug in die Analyse finden, die durch die Nutzung der Alexa-eigenen toolbar bewusst von Internetnutzern zum surfen genutzt werden müssen. Die Datenbasis ist entsprechend eingeschränkt. Aber wenn es nur um Schätzwerte geht, gar keine Planungs- und Handlungssicherheit durch Analyse-Dienste wie Alexa ermöglicht werden, wozu dann all das? Was bringt es Dir als WebseitenbetreiberIn, dass Du Alexa.com kennst?

20 Jahre Alexa.com

Es gibt etwas zu feiern?!

Nun es gibt zwei grundsätzliche Wege, um mit Analyseergebnissen von Webseiten umzugehen. Entweder man fixiert sich auf sie oder man nimmt sie zur Kenntnis und nutzt sie um bestimmte Entwicklungen und Trends zu prüfen. Vor allem gilt: Lass Dich nicht in Panik versetzen, sondern bleib gelassen! Interpretiere die Daten, lerne aus ihnen, verbessere Deine Strategien, aber lass Dich von Analysetools und denen, die diese als ihren Lebensinhalt ansehen, nicht verrückt machen.

Als ich meine erste eigene Website launchte und ein halbes Jahr später erstmals von außen mit verschiedene Analysetools nach meiner Webseite suchte, war ich schwer erschüttert. Gut, mir war klar, dass meine Seite aus dem Nichts kam und ich keinesfalls so präsent sein konnte, wie meine früheren Arbeitgeber oder auch meine MitbewerberInnen, die ich seit einigen Jahren im Auge behielt. Aber dennoch, ich war geschockt. Obwohl ich deutlich mehr unternommen hatte, als andere GründerInnen (Paralleler launch einer Facebook-Fanpage, eines XING-Profils, Suchmaschineneinträge, Gastbeiträge auf Fachblogs, erste Kooperationen,…) kannten die diversen Suchmaschinen meine Webseite kaum und, viel schlimmer, war ich für Alexa nicht vorhanden. Kurz ich hatte ein Problem und zwar eins, das ich anzugehen hatte.

Natürlich war mir bewusst, dass die verschiedenen Analysetools unterschiedlich arbeiten, das zeigt schon ein oberflächlicher Blick auf die mitunter deutlichen Unterschiede bei den ausgeworfenen Kennzahlen und aufgeführten Links. (Noch heute zeigt Alexa einige In-Links nicht an, obwohl ich mich von ihrer Existenz selbst überzeugt habe. Dir wird es ähnlich gehen, wenn Du Deine eigene URL bei Alexa überprüfst.) Ich machte mir eine Übersicht, wo ich zu finden war und unter welchen keywords dies zutraf. Einige waren für mich eine echte Überraschung. Es waren Nischenbegriffe und Wortkombinationen, die von Internetnutzern gesucht und offenbar nur von mir bedient werden. Bei anderen keywords war sofort klar, dass meine Auffindbarkeit unter dem Schlagwort noch ausgebaut werden musste. Ich nenne dies meine “branchenbezogenen Pflicht-Tags”. Gleichgültig, in welcher Branche Du tätig bist, auch in Deinem Arbeitsbereich gibt es Schlagworte, zu denen Du einfach Inhalte für Deine Internetaufrtitte erstellen musst. Es ist ein Pflichtprogramm und eine Hausaufgabe für jede(n) Selbständige(n).

Ich machte vor allem jedoch eine Gemeinsamkeit bei allen Netztreffern aus. Ein großer Prozentsatz der Verbindungen und des Traffics gingen bei mir von den Sozialen Medien aus. Bei meinen MitbewerberInnen nicht. Und obwohl sie länger auf dem Markt waren, begann ich mich dadurch Stück für Stück nach oben zu arbeiten. Und einige, wenn auch noch nicht alle meiner Präferenzseiten, hinter mir zu lassen. Wichtig war mir dabei vor allem, dass Alexa endlich genug Daten über meine Webseite fand, um mich zu listen. Denn eine Webseite, die von Alexa zur Kenntnis genommen wird, hat gute Aussichten, bei Suchmaschinen besser platziert zu werden. Es hat ein gutes Jahr gedauert (ab meinem Launch), bis es endlich soweit war, dass ich die 9 Mio Marke bei Alexa knackte. Inzwischen habe ich mich hochgearbeitet auf Platz 6 Mio 300 Tausend und ein paar Zerquetschte. Nicht zuletzt weil ich zweigleisig fahre. Einerseits habe ich meine Präsenz in den Sozialen Medien noch breiter aufgestellt und baue sie fortlaufend aus. Andererseits finden etwa 20 Prozent meines Traffics nun über Suchmaschinen zu meiner Seite. Ein deutliches Zeichen dafür, dass mein Content von steigendem Interesse ist. Meine derzeitige Bounce-Rate wird so manchen Analysten trotzdem entsetzen.

Dazu müsst Ihr wissen, dass eine Bounce-Rate von 30 oder mehr Prozentpunkten auf ein ernsthaftes Problem der Webseite hindeutet, nämlich, dass sie den Besucher nicht fesseln kann. Das führt bei Marketingverantwortlichen schon mal zur akuten Atemnot. Nun, bei mir nicht. Bei Alexa bin ich beispielsweise innerhalb von nur drei Jahren von einer absoluten no-name Webseite zu einer der 7 Mio weltweit beliebtesten Webseiten aufgestiegen. In dem ich an einem Schräubchen nach der anderen drehte. Denn so konnte ich erkennen, welche Maßnahmen griffen und welche Zeit- und Energieverschwendung sind. Anfangs belief sich meine Bounce-Rate auf 98 Prozent, nun habe ich sie auf 90 Prozent gesenkt, Tendenz weiter fallend. Und glaubt mir, ich bin nicht beunruhigt über meine Bounce-Rate! Denn das ist etwas, dass ich auch Euch empfehle: Betrachtet jeden Fall individuell. Ich nutze meine Webseite Tierparkinfo.de hauptsächlich noch als eine Art Drehkreuz zwischen meinen Profilen in den verschiedenen Sozialen Netzwerken. Wäre meine Bounce-Rate bereits wesentlich niedriger, fände ich das unlogisch. Nur vorsichtig gestalte ich, parallel zu meinen anderen Netzaktivitäten, ganz langsam meine Webseite um. Behutsam, ganz behutsam erfolgt diese Umstellung, um bis Ende 2017 an einem Punkt zu sein, an dem das Konzept meiner Webseite so umgestaltet ist, dass meine Profile in den Sozialen Medien und meine Webseite von den Synergieeffekten untereinander deutlich besser profitieren. Mal sehen, wo Alexa mich dann in seiner Beliebtheits-Wertung einordnet. Euch empfehle ich, seht Euch Eure eigene URL bei Alexa an und zieht Vergleiche mit Euren MitbewerberInnen und sonstigen Präferenzseiten. Lernt aus den Analysen, zieht Euch heraus, was Ihr gebrauchen könnt, um Eure eigene Webseite voranzubringen. Aber lasst es locker angehen und plant genügend Zeit ein, damit Eure Maßnahmen von Alexa und anderen Analysetools wahrgenommen werden und ihr die Ergebnisse beurteilen könnt. Verfallt nicht in hektische Aktivität und vor allem, lasst Euch von niemanden verrückt machen!

27.05.2016: Update!
Alexa hat seine Unternehmenspolitik geändert.
Bisher war es möglich, direkt auf der Startseite von Alexa die eigene URL (oder die einer Dich sonst interessierenden Webseite) einzugeben und analysieren zu lassen. Das hat sich leider geändert. Nun musst Du selbst dann ein Paket buchen, um auf diese Grundfunktionen zugreifen zu können. Damit hat sich für mich das Thema Alexa erledigt. Erstens würde mich das dazu zwingen, die Alexa-Software in meine Webseite zu integrieren und das möchte ich nicht. Zweitens geht der Versuch, mich erpressen zu wollen, grundsätzlich nach hinten los. Es ist aus meiner Sicht ein Bärendienst, den Alexa sich da selbst erweist, denn ich vermute, dass auch andere WebseitenbetreiberInnen wenig von dieser Entwicklung halten.

Carmen Splitt

Mein Name ist Carmen Splitt und die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben sind meine Seele, mein Glauben und meine Freiheit, die sich unter anderem in meiner Selbständigkeit ausdrückt. Ich bin Social Media Coach, unter anderem Inhaberin von TemSM.de und Tierparkinfo.de und GNdKP.de und ich bin in den unendlichen Weiten des Internets unterwegs. Ich bin Bloggerin, überzeugte Lutheranerin, begeisterte Teetrinkerin, faszinierte Trekki, echte Querdenkerin und noch eine ganze Menge andere Dinge. Kurz, ich bin ein komplexer und vielschichtiger Mensch und schreibe in meinem ganz eigenen Stil.

1 Antwort

  1. 27. Mai 2016

    […] Alexa um eine Neuerung zu ergänzen. Aus meiner Sicht wirkt sie sich negativ aus. Hier geht es zum ursprünglichen Beitrag, den ich mit einer Fußnote entsprechend erweitert […] rel=no follow

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